17. LLG Kevelaer Marathon am 6-01-2019 mit unserer Margret Tetsch

Klasse Leistung und toller Bericht von Margret 2

Margret auf der Strecke 

 

Noch ein paar KM bis zum Ziel 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon vor Monaten hatte der LLG Kevelaer zu seinem 17. Marathon am Sonntag 6. Januar 2019 aufgerufen. Das ist schon einigermaßen mutig, denn niemand kann so lange vorhersagen, ob klirrende Kälte oder Hagelschauer eintreten an diesem Tag. Doch, wenn so viele gut gelaunte fröhliche Menschen zusammenkommen, um ihre Kräfte friedlich zu messen, hat selbst Petrus schon mal ein Einsehen.

Ein Einsehen hatte aber auch der LLG selber, nämlich in die Notwendigkeit der Information für Teilnehmer, Besucher und sicher auch für Anwohner. Mit seiner Website www.marathon-kevelaer.de ist ihm das wirklich gut gelungen. Treffpunkt zu dem 42.195-Meter-Lauf war die Sport- und Tennisanlage in Twisteden, wo ua. Irrland freundlicherweise sehr viele Parkplätze für Läufer und Besucher zur Verfügung stellte.

Der Startschuss fiel um 10:00 Uhr bei 6 Grad und bedecktem Himmel ... für mich geradezu ideales Wetter. Von nun an sollte mich mein Weg über 7 Runden zu je 6 km bekanntmachen mit Zuschauern, einer Musikkapelle, zwei gut verteilten Verpflegungsständen sowie an vielen weiteren Angeboten auf private Initiative. Die Strecke selbst war durchgehend asphaltiert. Es ging vorbei an kleinen Häusern, an Wiesen und Feldern, an Bauernhöfen und durch Wald. Moderiert wurde die Veranstaltung von Laurenz Thyssen, der zunächst von seinem Podest (Ü-Wagen) aus alle Läufer begrüßte, die den Bereich Zeitschleife passierten … und aus dem Nähkästchen plaudert er auch ganz gern … Laurenz moderiert diese Veranstaltung regelmäßig, und er macht das wirklich gut !

Ich lief meine Kilometer  wie ein Uhrwerk. Viele alte Bekannte traf ich auf der Strecke, da liefen Veteranen vom  100-Marathon-Club mit, aber auch Läufer aus anderen Sportvereinen, Marathonis, Ultras und Staffeln,  Debütanten und Erfahrene ... man sieht sich – man kennt sich.

Ich selbst fühlte mich ganz gut vorbereitet, mein letzter Marathon war in Hannover und lag schon über 5 Jahre zurück, aber mit meinem Trainingsplan der letzten 10 Wochen hatte ich mir ein gutes Fundament aufgebaut, das sollte mich locker mit einer Pace von 7:30 nach 5 Stunden 45 Minuten ins Ziel bringen, inclusive mehrerer Trink- und Notdurft Pausen natürlich. Das Gefühl, so etwas Großartiges wieder einmal zu schaffen, war von den ersten Metern an da. Klar laufe ich nicht mehr W-30, aber bei meinem heutigen 29. Marathon ist mir Erfahrung ein wichtiger Begleiter.

So lief ich nun einige Runden und der Sinnspruch, dass die Marathon-Götter den Schweiß vor den Preis gesetzt haben, fiel mir immer wieder mal ein.

Alle 3 km sah ich, wie das tolle Angebot an den Verpflegungsständen genutzt wurde, ob Getränke, Obst, Belegte Brötchen, Honigkuchen und und und – manchmal dachte ich dabei an ein Straßenfest – und schon hörte ich wieder die Blaskapelle „ … oh Du schöner Gerberweg“ .

Anwohner boten alle paar Kilometer mehr oder weniger Geistige Getränke an, es sei ja schließlich noch ein weiter Weg bei DIESER Kälte. Schaulustige applaudierten und feuerten mit mehr oder weniger Geistigen Sprüchen an. Es war so lustig, es war so erhebend, dort zu laufen, bis … ja, bis zu dem unausweichlichen Ereignis der ersten Überrundung. Der Spitzenläufer mit seinem gelben Hochsommer-Laufhemd und Shorts donnerte an mir vorbei, mehr als doppelt so schnell wie ich. „Na klar“ dachte ich noch, wenn ich bei DEM Wetter im Bikini laufen würde, wäre ich wohl auch viiiel schneller :)))

So etwa Mitte der 4. Runde, der ungefähren Distanz Halbmarathon kamen immer mehr Überholer und ich hatte immer öfter das Gefühl zurückzufallen. Von nun an schaute ich öfter mal auf meine Laufuhr, und da Zahlen bekanntlich nicht lügen, war ich doch ziemlich beruhigt … Pace bei 7:15, Puls unter 160, kurz : Es lief !

Ab Runde 6 ist dann (wer schonmal die 42 lief, weiß das / wer es erst vor hat, sollte das wissen !) der berühmte 30-er Bereich von wo ab man wirklich Mut braucht, um weiterzulaufen. Jeder Besucher, jeder Freiwillige Helfer (und denen muss man unbedingt Danke sagen für ihren Einsatz, für ihre Freundlichkeit !) also wirklich jeder Einzelne ist dann wichtig für das Durchhalten. Ab km 32 wurden meine Beine schwerer und ich musste etwas Tempo rausnehmen, zumindest gefühlt. Bei km 35 stand da plötzlich und erwartet mein Schatz am Straßenrand, ich freute mich so, das gab mir Kraft für die letzte Runde. Ein Foto bei km 37 (oh Wunder – ich kann noch knien !) und es ging weiter. Verlaufen konnte ich mich ja nicht mehr, den Weg hätte ich JETZT blind bei Nacht und Nebel gefunden. Jeden Stein und jeden Ast, wette ich, kannte ich nach dieser Zeit. Allein die ersten Runden, in denen ich beim Laufen an eine „Gazelle“ dachte, die Zeiten waren wohl vorbei … jetzt musste ich irgendwie immer an „Hippo“ denken :)))

Ein letztes mal links abbiegen, ein letztes Mal eine Nase voll Putenfarm, Ade Verpflegungsstand 2, Tschüss Bauernhof, Lebwohl du kleines Wäldchen. Der letzte Kilometer hat begonnen und mein Schatz wartete „an dieser Hohlen Gasse durch die ich ja kommen musste“ und schon lief er neben mir her. Es sah so lustig aus, wie er mit seinen Winterstiefeln, Jeans und dicker Jacke mich eskortierte auf der Finish-Line. Ein letztes Beeep an der Wendekurve und dann eeeeeeendlich das ersehnte Beeep unter dem Banner mit den vier magischen Buchstaben L-E-I-Z !!!

Und gleich hier bekam ich auch meine Finisher-Medaille, Glückwunsch vom Vertreter des Veranstalters und ein Getränk – wirklich : Service wurde hier groß geschrieben, den ganzen Tag !

Platt wie‘n Bettvorleger war ich, aber glücklich und stolz ! Ich, W-55, Netto 5:15:58, das waren 30 Minuten schneller als geplant, bei einer Pace von 7:29 incl. Pausen. Genau mein Wetter, genau mein Ding.

Toll organisiert vom LLG Kevelaer – es gab Umkleiden und Duschen, den Bereich für Damen hatte man auf dem Gelände des benachbarten Tennisclub‘s eingerichtet (warm und sauber) und deutlich mit Wegweisern beschildert. Im Festzelt lief seit Stunden die Siegerehrung, nach Geschlecht und Alter getrennt und ein paar sonstige Jubilare wurden auch gelobt. Kulinarisch wurden Getränke und Kuchen angeboten, aber auch Suppe, Bratwurst und vieles mehr … alles Hausgemacht für ganz kleines Geld (Becher Kaffee 1€) … wobei man eben sagen muss, daß dieser Bereich für Alle zugänglich war, nicht nur für Startnummerninhaberer.

Dieser Marathon ist ganz klar zu empfehlen und ich selber werde 2020 wieder dabei sein. (Margret T.)

 

Medaillen Belohung im Ziel